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Ein Feuer im Jahre 1526
demolierte die Rolandstatue, die wohl aus Sandstein
gefertigt worden war so sehr, dass die Gardeleger
sich 1564 einen neuen Roland leisteten. Damals war
die Stadt durch den Export des Garlei-Trunkes auch
reich geworden.
Der
1564 aufgestellte Roland „ist eine Steinerne
Statue, in Kriegesrüstung/hält in der einen Hand
ein aufgerichtetes Schwert, die andere ist
verschlossen“. Das ist alles, was über sein
Aussehen von Augenzeugen berichtet wurde.
1668.
Damals musste bereits ein hochgelehrter Mann darüber
nachdenken und die Bürgerschaft aufklären, was es
denn mit dieser „Statua“ überhaupt auf sich
habe: Sie solle die Stadtväter und Richter daran
mahnen in ihren Urteilen unbeirrt und unbestechlich
zu sein. „Sie sollen das Schwert der Gerechtigkeit
wohl führen/und verschlossene Hände haben."
Ein
Brand hatte 1526 das Schicksal des vielleicht ersten
Roland besiegelt, ein Brand besiegelte auch das
Schicksal des vorerst letzten Roland: 1667 tobte ein
Stadtbrand, machte die Rolandstatue am Rathaus mürbe,
so dass sie trotz zahlreicher Haltestützen schließlich
in der Nacht des 18. April 1727 zusammenfiel.
Dem
damals arm gewordenen Ackerbürgerstädtchen
Gardelegen stand der Sinn nach anderem als sich eine
teure Steinstatue anfertigen zu lassen, von der
ohnehin keiner so recht wusste, was sie je hätte
darstellen sollen. Damit ist die Geschichte des
Roland von Gardelegen aber noch nicht zu Ende.
Die
offizielle Auftragsvergabe für die Herstellung
eines neuen Roland fand am 1. Februar 2002 statt.
Die Wiedererrichtung des Roland wurde am Nachmittag
des 18. April 2002 – 275 Jahre nach seinem Fall
– feierlich durchgeführt. |