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"Sollten wir nur bedingt nutzen" (06.05.08)

Zwei Varianten für Rathauskeller: "Auf die Gastronomie gucken"
Die ersten Zahlen liegen auf dem Tisch. Die Teilsanierung des Rathauskellers wird die Gardelegener Stadträte in diesem Jahr wohl noch öfter beschäftigen. Eindeutig ist aber, dass die Kosten so gering wie möglich gehalten werden sollen.

Die Zahlen sind höchst unterschiedlich. Im jüngsten städtischen Bauausschuss legte Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends erstmals konkrete Zahlen für die Sanierung des Rathauskellers vor, von einem einheimischen Architekten berechnet. Dieser Keller, direkt unter dem Rathausplatz gelegen, muss dann saniert werden, wenn es dort regelmäßig Veranstaltungen geben soll. Und das kostet. Zwischen 48000 und fast 270000 Euro. Diese Zahlen diskutierte der Ausschuss und war sich letztlich einig, dass wohl nur die kleinere Variante infrage kommt.

Jene 48000 Euro beinhalten nämlich nur den Bau eines zusätzlichen Notausgangs. Der bisher einzige Zugang zu den unterirdischen Räumen, die steile und veraltete Treppe des Rathauskellers, reicht nicht mehr aus, wenn es dort - wie schon in den 1990-er Jahren - künftig Veranstaltungen geben soll. Die Bauaufsicht fordert diesen zweiten Zugang, weil sonst die Sicherheit der Besucher bei einem Notfall nicht gewährleistet sei.

Die teurere Variante beinhaltet neben diesem Notausgang unter anderem Toiletten und die Installation einer Lüftungsanlage. Dies wäre nötig, wenn der Rathauskeller dauerhaft genutzt werden sollte. Beispielsweise in Form einer Gastronomie. Doch dagegen sträuben sich viele Kommunalpolitiker. "Es wäre ein Unding, wenn wir den Rathauskeller teuer ausbauen und gucken gleichzeitig auf die Situation der hiesigen Gaststätten", so Fritz Wießel. "Bei der derzeitigen Ausgangslage unserer Gastronomie wäre das nicht gerade die beste Variante." Und auch Dr. Helmut Wiese sprach sich dafür aus, den Rathauskeller "nur bedingt zu nutzen. Wir wollen daraus keinen Dauerbrenner machen." Zumal die Kosten von fast 270000 Euro viele Bauausschuss-Mitglieder zusätzlich abschrecken.

Der Rathauskeller ist zuletzt aus Anlass des Hansefestes 2007 für einen Empfang von Vertretern aus den Gardelegener Partnerstädten genutzt worden. Eine solche Nutzung für besondere Anlässe ist es, was den meisten Stadträten auch in Zukunft vorschwebt.

Behrends wird nun für den nächsten Gardelegener Bauausschuss eine Beschlussvorlage erarbeiten, die die kleinere und vor allem preiswertere Variante zum Thema hat. Mit diesem Schriftstück in der Hand kann im Detail über das geplante Vorhaben diskutiert werden. Das letzte Wort zur Sanierung des Rathauskellers hat ohnehin der Stadtrat.


Quelle: www.altmark-zeitung.de |

Autor: S. Schmidt | Foto: © S. Schmidt

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