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Gardelegens
Karl-Marx-Sekundarschulleiter
Horst-Dieter Radtke stellte pädagogisches
Konzept vor
Noch ist immer noch nicht
offiziell klar, wie die
Förderrichtlinie für den
möglichen Neubau einer
Sekundarschule in Gardelegen
aussieht.
Horst-Dieter
Radtke, Leiter der
Karl-Marx-Sekundarschule,
stellte im städtischen
Sozialausschuss nun das von
der Schule erarbeitete
20-seitige Konzept für eine
offene Ganztagsschule vor. Und
stieß am Dienstagabend auf
breite Zustimmung. Er wundere
sich, dass man in Gardelegen
immer noch keine neue Schule
gebaut hat. Ob man denn kein
Geld für die Jugend übrig
habe. Das schrieb der 84-jährige
Richard Sonnenfeldt, in
Gardelegen aufgewachsener möglicher
Namensgeber einer neuen
Sekundarschule in Gardelegen,
vor wenigen Tagen dem
Sozialausschuss-Mitglied
Ulrich Damke. Sonnenfeldt,
unter anderem Chef-Dolmetscher
bei den Nürnberger Prozessen
1945, ist nicht der Einzige,
der nicht versteht, warum es
mit einem möglichen Neubau
der Schule nicht vorangeht.
Noch steht sogar die
offizielle Veröffentlichung
der Förderrichtlinie aus.
Immerhin: Das Konzept, das
zwingend eingereicht werden
muss, um Geld vom Land und der
EU für einen Schulneubau zu
erhalten, ist fertig.
Horst-Dieter Radtke, der
Leiter der
Karl-Marx-Sekundarschule in
Gardelegen, stellte es am
Dienstagabend erstmals öffentlich
vor, im städtischen
Sozialausschuss.
Drei
Säulen soll es für die
Sekundarschule geben. Zum
einen soll das Konzept einer
offenen Ganztagsschule
fortgesetzt und intensiviert
werden. Radtke räumte ein,
dass es vor allem in diesem
Schuljahr damit auch Probleme
gegeben habe. Grund: "Bei
uns sind 39 Lehrer beschäftigt
- auf dem Papier." Die
Unterrichtsversorgung, so
Radtke, sei "unter
hundert Prozent." Mit
anderen Worten: Es fehlen
Lehrkräfte. Zumal die meisten
Lehrer längst ihren 50.
Geburtstag gefeiert haben.
Das
zweite Standbein soll
"praxisorientierter
Unterricht" sein. Ziel
sei es, Kooperationsverträge
mit Firmen abzuschließen, um
die Sekundarschüler dort in
Form von Praktika ans
Berufsleben heranzuführen.
Denn viele
Karl-Marx-Sekundarschüler
haben Probleme, später eine
Ausbildung zu finden. Auch,
weil sie oft nicht wissen, was
auf sie zukommt, "Zu
Beginn einer Abgangsklasse
gibt es etwa 90 Prozent der
Schüler, die keine Ahnung
haben, was sie mal werden
wollen", hat Radtke
festgestellt. Bereits jetzt
gebe es ein Projekt, wonach
vor allem Hauptschüler einmal
in der Woche in Betriebe
hineinschnuppern.
Die
dritte Säule des aktuellen
Konzepts betrifft den Sport.
Denn viele Schüler
"bewegen sich zu
wenig", sagte Radtke.
Etliche seiner Sekundarschüler
sitzen stundenlang vor der
Glotze oder dem Computer,
"manchmal bis nach
Mitternacht. Und wir sehen
dann, wie das am nächsten
Morgen in der Schule
aussieht." Ein weiterer
Grund, Sport als eine der drei
Konzeptsäulen zu verankern,
ist die nahe gelegene
Willi-Friedrichs-Sporthalle.
Dieser Standort-Vorteil, so
Radtke, müsse unbedingt
genutzt werden. Dass der
sportliche Bereich durchaus
beliebt bei den Schülern ist,
zeigen die
Arbeitsgemeinschaften: Wo
Sport angeboten wird, wollen
viele der momentan 398
Karl-Marx-Sekundarschüler
mitmachen.
"Ich
hoffe, dass wir in vier, fünf
Jahren eine neue
Sekundarschule haben", so
Radtke. Mit dem Konzept, das
auf dem Papier sogar wichtiger
als die Frage der Finanzierung
ist, soll der erste Schritt
gemacht werden. Dieses Konzept
wird Ende April ans
Kreis-Schulamt geschickt. Von
dort gehen alle Unterlagen als
Antrag an das
Landes-Kultusministerium.
Für
Radtke ist ohnehin klar:
"Die Ganztagsschule ist
unsere Zukunft."
Angesichts von immer mehr
Scheidungskindern und
Nachwuchs, der nur noch von
einem Elternteil großgezogen
wird, werde es immer
wichtiger, Schüler auch nach
Unterrichtsende in der
Einrichtung zu betreuen.
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