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Knapp, aber trotzdem abgelehnt (07.05.08)

Wegebau-Zuschuss für den Reitverein Gardelegen ist vom Tisch / Straße zum Reitplatz wird aber gebaut
Außen Ja, innen Nein. Zwei Entscheidungen in Sachen Reitverein traf der Gardelegener Stadtrat am Montagabend im Rathaus. So will die Stadt die Zuwegung zum Vereinsgelände am Buschhorstweg ausbauen, der Zuschuss zur Wegbefestigung auf dem Vereinsgelände selbst wurde allerdings abgelehnt - von acht Räten.

"Das kann man den Leuten nicht erklären." Mandy Pagels (SPD), sprach sich am Montagabend deutlich gegen den Beschlussvorschlag aus, dem Gardelegener Reitverein einen Investitionszuschuss in Höhe von 29000 Euro für eine Wegbefestigung zu gewähren. Eingeplant war ein solcher eigentlich im Haushaltsplan - allerdings mit einem Sperrvermerk versehen.

"Genau 2000 Euro jährlich" könne der Sozialausschuss der Stadt als Vereinsförderung verteilen, so die Stadträtin. Damit würden dann einzelne Aktionen gefördert. "Und hier wollen wir nun für einen Verein eine Straße finanzieren? Ich halte das nicht für richtig." Einen großen Einzelzuschuss habe es zwar auch vor einiger Zeit für den Fliegerklub Gardelegen gegeben, erinnerte sie, "der allerdings war nötig, weil sonst der ganze Vereinsbetrieb lahmgelegt worden wäre".

Auch der CDU-Abgeordnete Jens Bombach hatte "Probleme damit", der Vorlage zuzustimmen. "Wir haben in den Ausschüssen zwar mal beschlossen, den Zuschuss zu gewähren", so Bombach, "aber das ist nicht gerechtfertigt gegenüber den kleineren Vereinen oder auch Anwohnern, wie denen am Ulmenweg". Außerdem tue man bereits "Gutes, wenn wir die Straße dort bauen".

Grundsätzlich anders sah allerdings Stadtratsmitglied Alfred Fischer (FDP) die Sachlage. "Wir hatten schon höhere Zahlen im Gespräch", erinnerte er sich. "Jetzt sind wir schon soweit zurückgegangen, dass ich mich erkundigt habe, ob man überhaupt noch eine Straße von dem Geld bauen kann." Die Halle am Reitverein werde zudem auch von "anderen Vereinen genutzt", so Fischer weiter, und auch die hätten sich schon "über den Schmutz dort beschwert".

In Ermangelung weiterer Wortmeldungen ließ der Stadtratsvorsitzende Horst Krüger schließlich abstimmen. Das Ergebnis war so knapp wie nur denkbar: Mit sieben Ja- und acht Nein-Stimmen war der Vorschlag und damit die Wegbefestigung vom Tisch. Gleich zehn Stadträte hatten allerdings überhaupt keine Meinung zu dem Thema und enthielten sich der Stimme.

Stumm blieben auch die ärgerlichen Mienen von Uwe Diesterbeck und Günter Hakenholz, die als Vertreter des Reit- und Fahrvereines von der Zuhörerbank aus die Sitzung verfolgten. Beide verließen den Rathaussaal und mochten sich auch während der Bürgersprechstunde nicht mehr zum Thema äußern.

Vielleicht, weil es ja auch einen Grund zur Freude gab für den Verein. Denn die Stadt will die Straße bis zur Einfahrt des Vereinsgeländes ausbauen. Auch dies wurde am Montagabend beschlossen und zwar mehrheitlich mit 16 Ja-Stimmen und nur sechs Enthaltungen. Der Ausbau soll in Asphaltbauweise auf einer Breite von vier Metern mit einer Gesamttragschicht von 14 Zentimetern erfolgen.

Kosten wird die Maßnahme rund 26000 Euro. 57 Prozent davon werden allerdings auf die vier Anlieger umgelegt, wie Kämmerer Maik Machalz auf eine Frage von Stadträtin Hannelore von Baehr (Freie Liste) mitteilte. Neben der Stadt selbst, dem Suchthilfeverein Adrome und der Bodenverwertung- und Verwaltungs GmbH (BVVG) ist das natürlich auch der Reit-und Fahrverein selbst.


Quelle: www.altmark-zeitung.de |

Autor: Gesine Biermann | Foto: © Gesine Biermann

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