04.11.2010
Keine Entscheidung vor Einwohnerversammlung
Biogas- und Hähnchenmast in Schenkenhorst
Der Stadtrat wird vor weiteren Beschlüssen zur Planung einer Biogas- und Hähnchenmastanlage im Ortsteil Schenkenhorst eine für Januar anberaumte Einwohnerversammlung zu dieser Thematik abwarten.
Darauf einigte sich der Rat in seiner Sitzung am Montagabend. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest. “Solange müssen wir uns noch gedulden”, sagte Stadtratsvorsitzender Hartmut Krüger. Er betonte, dass diese Einwohnerversammlung nicht nur für die Schenkenhorster Bürger wichtig sei, sondern auch für die Bewohner der umliegenden Ortschaften.
Zuvor hatte Ostendorf-Geschäftsführer Stefan Frerichs zum nunmehr dritten Mal die Möglichkeit, das Projekt vorzustellen. Bereits genehmigt sei eine Biogasanlage mit einer Leistung von 500 Kilowattstunden. Diese Anlage – geplanter Standort ist ein Areal am Ortsausgang in Richtung Klein Engersen – ist bereits im Bau. Ebenfalls genehmigt sei eine Hähnchenmastanlage mit einer Kapazität von etwa 39 000 Tieren. Partner der eeMaxx Energy, eine Firma der Unternehmensgruppe Ostendorf, ist die GbR Volber/Reboné aus Schenkenhorst. Die habe sich aus wirtschaftlichen Gründen für eine Erweiterung der Anlage um eine zweite Biogasanlage mit einer Leistung von ebenfalls 500 Kilowattstunden entschieden. Erweitert werden soll zudem die Hähnchenmastanlage von derzeit genehmigten zwei Ställen auf dann acht Ställe mit einer Kapazität von etwa 320 000 Tieren. In dieser Größenordnung sei jedoch ein gesondertes umfangreiches Genehmigungs- und Planungsverfahren unter anderem mit Flächennutzungsplan und vorhabenbezogenem Bebauungsplan sowie Umweltverträglichkeitsgutachten und Einbeziehung der Öffentlichkeit erforderlich. Die Planungshoheit liege bei der Stadt.
Betreiber der Biogasanlage und der Hähnchenmast ist die GbR, die an der neu gegründeten Biogas Schenkenhorst GmbH & Co.KG mit 15 Prozent beteiligt ist, erläuterte Frerichs. Die Rindergülle und Substrate für die Biogasanlage liefere die GbR, der Mais werde von umliegenden Landwirten geliefert. Einen Maistourismus werde es also nicht geben, betonte Frerichs. Die Abwärme der Biogasanlage werde dann für die Beheizung der Ställe genutzt. Verbleibende Restwärme könnte der Ort Schenkenhorst nutzen. Der Hähnchenmist werde von Landwirten aus der Region abgenommen. Entstehende Gärreste nutze die GbR als Dünger.
Die Anlage befinde sich etwa 1300 Meter entfernt von der nächsten Wohnbebauung. Das liege im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen. Baubeginn für die zweite Biogasanlage soll im Juni 2011 sein, für die Hähnchenmast Ende 2011.
Diskussion zum Projekt gab es im Stadtrat nicht mehr. Vor weiteren Planungsbeschlüssen soll nun das Votum der Bürgerschaft abgewartet werden.