01.03.2010

Windkraftanlagen zwischen Schenkenhorst und Wiepke sollen verhindert werden

Fuchs lässt Gutachten erstellen

Die einfachste Möglichkeit, den Bau der geplanten sieben Windkraftanlagen zwischen Schenkenhorst und Wiepke zu verhindern, wäre, wenn die Grundbesitzer nicht an den Investor verpachten würden. Doch darauf will sich die Stadt nicht verlassen. Bürgermeister Konrad Fuchs wird heute den Auftrag auslösen für ein Gutachten, dass vor allem den Vogelflug zum Inhalt haben wird.

Im jüngsten Stadtrat hatte Bürgermeister Konrad Fuchs bereits angekündigt, ein Gutachten im Wertumfang von rund 7000 Euro in Auftrag gegen zu wollen, dazu wollte er schnellstmöglich die Zustimmung des Rates haben. Doch abgestimmt wurde während der Sitzung nicht über dieses Thema – nun will Fuchs ohne Zustimmung handeln. ” Es hat im Rat keine Gegenstimmen gegeben ”, sagte Fuchs, deshalb gehe er von einer Zustimmung aus. Als Bürgermeister dürfte er einen Auftrag in diesem Finanzumfang nicht ohne Zustimmung des Hauptausschusses oder des Stadtrates auslösen. Fuchs dazu : ” Das nehme ich auf meine Kappe. Es geht darum, Schaden zu verhindern. ”

Beim jüngsten Treffen der regionalen Planungsgemeinschaft habe er den Antrag gestellt, das Windvorranggebiet Nummer 14 – also die Fläche zwischen Schenkenhorst und Wiepke – aus dem Plan herauszunehmen. Für diesen Antrag hätten aber nur er selbst und Landrat Michael Ziche gestimmt – die große Mehrheit war dagegen. Das aber sei aus seiner Sicht ” nicht weiter tragisch ”, betonte Fuchs. Denn nun werde erstmal die Auslegung des Entwicklungsplanes erfolgen. ” Dabei haben wir zwei Monate Zeit, gute Gründe zu finden, die eine Herausnahme des Gebiets erlauben würden. Ziel sei, triftige Gründe zu finden im Bereich des Naturschutzes. Fuchs sagte, ein Vogelschutzgebiet grenze nördlich des Weges zwischen Engersen und Schenkenhorst an das Gelände an.

Mit dem Gutachten soll der Vogelzug untersucht werden. Sollten die Windkraftanlagen den Vogelzug stören, könnte dies ein Versagungsgrund sein. Die Untersuchung müsse aber rasch gemacht werden, weil sonst der Vogelzug vorbei sei, hatte Fuchs im Rat erklärt.

Eine andere Möglichkeit, den Bau der Windkraftanlagen noch zu verhindern, wäre ein Flächennutzungsplan für das Gebiet der künftigen Stadt GardelegeninklusiveallerGemeinden, die zum 1. Januar 2011 eingemeindet werden sollen. Hintergrund : In diesem großen Gebiet der künftigen Stadt sind derzeit vier Windvorranggebiet ausgewiesen. Zwei Windparks bei Sichau und Gardelegen stehen bereits, ein dritter Windpark entsteht bei Kassieck. Die Stadt könnte argumentieren, dass sie damit bereits genügend Fläche für Windkraftanlagen bereitgestellt habe, dass also ein vierter Windpark nicht mehr vertretbar sei. Ob das gelingen könnte, ist aber fraglich. Zudem, betonte Fuchs, sei es höchst unwahrscheinlich, dass ein Flächennutzungsplan für die Stadt und die derzeit noch selbstständigen Gemeinden um sie herum aufgestellt werden würde – auch wegen der Vielzahl von Beschlüssen, die dazu nötig wären : ” Wie soll das funktionieren ?”

Der Bürgermeister bezifferte die Kosten für einen Flächennutzungsplan dieser Größe auf fünf bis sieben Millionen Euro. Auch das dürfte derzeit für die Stadt nicht machbar sein. Und selbst wenn die Stadt und die Umlandgemeinden einen Flächennutzungsplan aufstellen würden, käme der wohl zu spät. Fuchs : ” Wenn der Plan fertig ist, stehen die Windräder bereits. ”

Zwischen Schenkenhorst und Wiepke sollen sieben Windräder mit einer Höhe von 185 Metern ( inklusive Rotorblatt ) aufgestellt werden. Die Pläne sind auf breiten Widerstand gestoßen.

Quelle: Volksstimme | Autor: J. Marten