26.02.2010

“Gardelegen muss Mittelzentrum sein”

In der Gardelegener Tourist-Information hängt, für alle Auswärtigen zur besseren Orientierung, eine Übersicht jener Orte, die mittlerweile zu Gardelegen gehören.Foto: Schmidt

In der Gardelegener Tourist-Information hängt, für alle Auswärtigen zur besseren Orientierung, eine Übersicht jener Orte, die mittlerweile zu Gardelegen gehören.Foto: Schmidt

Größer als München, aber genauso wenige Einwohner wie Blieskastel

Die drittgrößte Stadt Deutschlands befindet sich bald an der Milde. Zumindest, was die reine Fläche angeht. Das soll Konsequenzen haben. Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs will, dass Gardelegen, bald um weitere 18 Gemeinden vergrößert, Mittelzentrum wird. So wie Salzwedel und Stendal auch. “Die größte Stadt in Sachsen-Anhalt”, so Fuchs, “kann doch nicht ernsthaft nur ein Grundzentrum bleiben.”

” Aktueller Stand: Grundzentrum mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums. Gewünschter Stand: Mittelzentrum. Klingt bürokratisch, hätte aber durchaus positive Folgen. Denn als Mittelzentrum würde Gardelegen beispielsweise mehr Geld von Land und Bund kriegen, weil eine Mittelzentrums-Stadt auch mehr Aufgaben zu erledigen hat. Konrad Fuchs, Gardelegens Bürgermeister, sieht beim Blick auf die Landkarte, dass Gardelegen ab dem 1. Januar 2011 um 18 derzeit noch eigenständige Gemeinden erweitert wird. Mit der Folge, dass die Otto-Reutter-Stadt dann drittgrößte Kommune in ganz Deutschland sein wird. Nach Berlin und Hamburg, noch vor Millionenstädten wie München und Köln, noch vor der Landeshauptstadt Magdeburg.

Diese Größe bezieht sich aber nur auf die Fläche. Einwohnermäßig liegt Gardelegen in wenigen Monaten auf Augenhöhe beispielsweise mit der Münchner Vorstadt Unterhaching. Oder mit dem saarländischen Blieskastel. Oder auch mit Apolda, Attendorn und Bersenbrück.

Gardelegen, so listet Fuchs auf, hätte nach der vollzogenen Eingemeindungs-Welle nahezu alle Voraussetzungen erfüllt, um Mittelzentrum zu sein. Es gibt das Gymnasium, Sekundarschulen, Grundschulen, Kitas, dazu mehrere Bahnhöfe. Und industrielle Ansiedlungen, die in anderen vergleichbaren Städten nicht da seien. “Das Einzige, was uns fehlt, ist der Kreissitz”, so Fuchs. Aber auch andere Kommunen, die Mittelzentrum seien, würden nicht alle Anforderungen erfüllen.

Die Forderung nach einem Mittelzentrum werde er, so erklärt Fuchs, bei der am 3. Mai in Gardelegen stattfindenden Altmark-Konferenz zum Thema machen. Dann kommen Landespolitiker nach Gardelegen, um über die Probleme und die Zukunft der Altmark zu debattieren.

Quelle: Altmark Zeitung | Autor: S. Schmidt