20.02.2010

AKT entlässt Mitarbeiter

Einigen Mitarbeitern des Gardelegener Unternehmens AKT stehen demnächst Entassungen bevor. Darüber informierte gestern eine Pressemitteilung.Foto: Schmidt

Einigen Mitarbeitern des Gardelegener Unternehmens AKT stehen demnächst Entassungen bevor. Darüber informierte gestern eine Pressemitteilung.Foto: Schmidt

Geschäftsführung und Betriebsrat bestätigen “Umstrukturierungen”

AKT, der größte Arbeitgeber in der Altmark, kündigt “innerbetriebliche Umstrukturierungen” an. Für einige der mehr als 1000 Mitarbeiter bedeutet das den Verlust ihres Arbeitsplatzes.Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Schon seit geraumer Zeit brodelte bei der Gardelegener AKT (Altmärker Kunststoff-Technik GmbH) die Gerüchteküche. Nicht grundlos, wie seit gestern feststeht.

Während einer bereits angekündigten Versammlung wurde der Betriebsrat von der Geschäftsführung gestern über die geplante “Umsetzung einer innerbetrieblichen Umstrukturierung” informiert, erklärten beide Parteien am Nachmittag in einer gemeinsamen Mitteilung. Weiter heißt es dort: “In diesem Zuge wird es auch zu Personalabbau kommen.”

Damit steht fest: Es wird Entlassungen geben. Wie viele Arbeitnehmer die “Personalanpassung” genau betrifft, steht vermutlich bereits fest. Konkrete Zahlen waren gestern allerdings aus den Büros an der Stendaler Chaussee in Gardelegen nicht zu erfahren.

“Es gibt bislang noch nichts zu informieren”, so Betriebsratschef Gerhard Hottowitz. Kaum vorstellbar nach mehr als zweistündiger Versammlungsdauer.

Geschlossen habe die gesamte betriebliche Arbeitnehmervertretung gestern den beiden Geschäftsführern Rolf Kalvelage und Axel Matthei gegenüber gesessen, bestätigte Hottowitz. “Es ging vorrangig um technische Dinge.” Die Pressemitteilung spricht von einer “möglichst sozial verträglichen Personalanpassung”, die nun angestrebt werden solle. Wie genau das geschehen wird, darüber wollen die Betriebsparteien “zu gegebener Zeit”, wie es heißt, informieren.

Für die Mitarbeiter bedeutet dies ein weiteres Wochenende voller Ungewissheit. Denn über die bevorstehenden personellen Änderungen wurden die AKT-Arbeitnehmer bislang noch nicht offiziell informiert.

“Natürlich” sei er nach Versammlungsende von den Kollegen bestürmt worden, bestätigt Gerhard Hottowitz. Momentan sei es aber definitiv “zu früh”, um Auskünfte weiterzugeben. Und nachdenklich: “Wir müssen die Nachrichten ja auch erst einmal sacken lassen.”

Dass die Geschäftsführung des Automobilzulieferbetriebes – ob in wirtschaftlich guten oder schlechten Zeiten – seit jeher eine eher zögerliche Informationspolitik betreibt, ist nicht neu.

“Wir kriegen hier kaum was mit”, berichtet gestern auch eine langjährige Mitarbeiterin. Über die neuen Veränderungen im Unternehmen gebe es “zwar viel Gerede”, offiziell aber noch keinerlei Mitteilungen. Mittlerweile, so die Angestellte resigniert, “haben wir uns schon so oft aufgeregt. Das geht jetzt seit 2008 immer hoch und runter.”

Im September 2008 wurde auch bei AKT die Automobilkrise spürbar. Damals mussten auch die Gardelegener – wie viele andere Zulieferbetriebe bundesweit – mit den gesunkenen Absatzzahlen des Herstellers Opel kämpfen. Zum ersten Mal wurden deshalb Produktionsarbeiter in Kurzarbeit geschickt. 134 Männer und Frauen waren es damals. Zunächst befristet für drei Monate. Doch Verlängerungen folgten. Die letzte läuft in der kommenden Woche aus. Damit sind die 18 Monate vorbei, die der Gesetzgeber im Normalfall für die Zahlung von Kurzarbeitergeld vorsieht. Eine Verlängerung auf 24 Monate wäre zwar möglich, allerdings “nicht, wenn sich ein Betrieb in einer Restrukturierungsphase befindet”, so Gerhard Hottowitz gestern.

Hottowitz und der gesamte Betriebsrat wollen auf jeden Fall “kämpfen, wenn es etwas zu kämpfen gibt”, versicherte er gestern. Schließlich habe man “seit 2008 Kündigungen verhindern können.”

Die Zeit ohne Personalabbau ist nun vorbei. Die Zeit der Gerüchte allerdings noch nicht. Die endet erst, wenn genaue Zahlen vorliegen und die betroffenen Mitarbeiter informiert sind.

Quelle: Altmark Zeitung | Autor: G. Biermann