02.02.2010
“Enormer gesellschaftlicher Faktor”

Hielt einen langen, aber keineswegs langweiligen Rechenschaftsbericht: Wehrleiter Wolfgang Hein hier im Kreise seiner Männer während einer Einsatzübung in der vergangenen Woche..Foto: Archiv/ha
Jahreshauptversammlung der Feuerwehr: Bürgermeister sichert auch für die Zukunft Unterstützung zu
“Sicher, das Geld wird knapper. Aber das, wo wir zuletzt sparen, wird die Feuerwehr sein.” Die Gardelegener Blauröcke könnten sich auch in Zukunft sicher sein, “ausgezeichnete Bedingungen” vorzufinden. Das hat ihnen Bürgermeister Konrad Fuchs während der Hauptversammlung am Sonnabend zugesichert. Dort wiederum ließen die Kameraden keinen Zweifel daran, dass sie auch künftig jede Menge Engagement an den Tag legen werden – auch wenn sich dies zunehmend schwieriger gestaltet.”Ihr seid ein enormer gesellschaftlicher Faktor im Leben dieser Stadt!” Wie ein Motivationstrainer stand Bürgermeister Konrad Fuchs da am Sonnabendnachmittag vor den Feuerwehrkameraden. Indes: Die meisten von ihnen brauchen keinen Schubs, wie ein Blick in die Liste der Aktivitäten verrät. Denn die besteht längst nicht nur aus Diensten, Ausbildung und Einsätzen. “Es ist bewundernswert, was Ihr neben Eurer eigentlichen Arbeit noch alles leistet”, wie der Bürgermeister feststellte.Schließlich hatte er aufmerksam zugehört, als Wehrleiter Wolfgang Hein berichtet hatte, dass die Feuerwehr im Jahr 2009 wesentlicher Bestandteil des Rockmusicals “Waterworld” im Waldbad Zienau gewesen sei. An allen zwölf Vorstellungen hätten die Kameraden mitgewirkt, hätten Wasser- und Lichtspiele betätigt und dort insgesamt 257 zusätzliche Stunden geleistet. “Aber keiner der Kameraden hat dies bereut. Im Gegenteil. Es boten sich sogar mehr von ihnen an, als nötig waren”, resümierte der Wehrleiter, der seinen Status als “Kulturbanause” dank des Rockmusicals ebenfalls noch einmal überdenken will, wie er augenzwinkernd anmerkte.
Hein ließ auch die Absicherung des Wallmarathons, die Beteiligung am Rahmenprogramm der Goal-Diving-Weltmeisterschaft, das Aufstellen des Maibaumes, den Auf- und Abbau der Weihnachtspyramide sowie die zahlreichen Führungen im Gerätehaus nicht unerwähnt. Hierbei dankte er den besonders engagierten Kameraden, die durch ihre Arbeit nicht zuletzt dazu beigetragen hätten, dass auch wieder Kinder und Jugendliche für eine Mitarbeit in der Nachwuchstruppe der Feuerwehr gewonnen werden konnten.
Deren vordergründige Aufgabe, so Hein, sei es aber nun einmal, Einsätze abzusichern. “Und die Bürger der Stadt können ruhig leben. Denn sie haben eine allseits bereite Feuerwehr”, wie das Stadtoberhaupt anmerkte. Zuvor hatte der Wehrleiter erklärt, dass “auch 2009 noch keine Nachbarwehr aufgrund von Personalmangel gerufen werden musste.” Seine Betonung lag dabei jedoch auf dem kleinen Wörtchen “noch”. Denn auch die Gardelegener Feuerwehr habe mit dem Problem zu kämpfen, dass Kameraden aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht abkömmlich seien. Die Anzahl der Einsatzkräfte sei mit 53 Aktiven – davon 14 Frauen – relativ stabil.
“Ausreichend Personal ist gut. Ausreichend gut ausgebildetes Personal ist aber besser”, so Wolfgang Hein, der darauf verwies, dass es hierzu einen festen und abwechslungsreichen Plan gebe. Immerhin habe jeder Kamerad im Jahr mindestens 40 Stunden Ausbildung zu absolvieren. Auch für jene, die unter der Woche nicht in der Stadt seien, solle es weiter die Möglichkeit dazu geben. Deshalb, so der Wehrleiter, “führten wir mehrere Ganztagsschulungen an Sonnabenden durch.” Aufgrund der Tatsache, dass die Kameraden der Gardelegener Feuerwehr sehr gut qualifiziert seien und bereits diverse Speziallehrgänge besucht hätten, “konnten wir 2009 etwas ruhiger treten.” Dennoch, so Hein, “beendeten 13 Kameraden erfolgreich einen Lehrgang.”
Verringert hat sich die Zahl der gefahrenen Einsätze. 2008 waren es noch 130, im vergangenen Jahr hingegen 95. Dabei wurden 48 Brandeinsätze gezählt und 47 Hilfeleistungen. Einige davon, so der Wehrleiter, hätten den Kameraden jedoch wieder einiges abverlangt. Besonders dann, wenn “bei Verkehrsunfällen junge Menschen getötet wurden, die im selben Alter wie unsere Kameraden waren.”
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