01.02.2010
Karl-Heinz Kiel ist dienstältester Feuerwehrmann in Gardelegen

Jahreshauptversammlung der Gardeleger Feuerwehr am Sonnabend im Gerätehaus: Feuerwehrverbandsvorsitzender Ingo Kaufhold (l.) überreichte Karl-Heinz Kiel die Auszeichnungen zur 60-jährigen Mitgliedschaft in der Wehr. Foto: Cornelia Ahlfeld
60 Jahre im Dienst am Nächsten
Der 74-jährige Karl-Heinz Kiel aus Gardelegen ist seit 60 Jahren Mitglied in der Gardeleger Feuerwehr. Damit ist er der dienstälteste Kamerad in der Wehr. Für sein langjähriges Wirken wurde er bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend im Gerätehaus ausgezeichnet. Zuvor zog Wehrleiter Wolfgang Hein Bilanz über 2009 mit 95 Einsätzen. Größter Einsatz war der Jävenitzer Hortbrand im Januar 2009.
Gardelegens Wehrleiter Wolfgang Hein machte es spannend, bevor er den dienstältesten Kameraden zur Ehrung nach vorne rief. Zunächst holte Hein den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Ingo Kaufhold, zum Ehrungstisch. Dann sprach er von einem Feuerwehrmann mit vielen Verdiensten und vor allem mit einer langjährigen Treue zur Wehr : Karl-Heinz Kiel. Der 74-Jährige ist seit 60 Jahren Mitglied der Gardeleger Feuerwehr. Er wurde von Kaufhold mit einer Anstecknadel und einer Urkunde geehrt. ” 30 Jahre haben wir miteinander gearbeitet ”, sagte Kaufhold, der dann dem sichtlich gerührten Kiel die Nadel ans Revers steckte.
Seine ersten Sporen als Feuerwehrmann hatte Kiel sich in der Jugendwehr verdient. Später wechselte er in den aktiven Dienst. Heute ist er Mitglied der Ehrenabteilung.
Zuvor hatte Wehrleiter Wolfgang Hein Bilanz über das Jahr 2009 gezogen. 95 Einsätze haben die Kameraden absolviert. Dabei hielten sich die Brandeinsätze ( 48 ) und die Hilfeleistungen ( 47 ) fast die Waage. Im Jahr zuvor war die Gardeleger Wehr noch zu 35 Einsätzen mehr ausgerückt.
Größter Einatz war der Brand des Jävenitzer Hortgebäudes im Januar 2009 unter extremen winterlichen Bedingungen. Die meisten Einsätze gab es in den Monaten Januar ( 13 ), Juli ( 12 ) und August ( 14 ). Im Februar und im Juni mussten die Gardeleger Kameraden nur jeweils viermal ausrücken. Unter den 95 Einsätzen seien auch wieder viele übliche Einsätze, wie Kleinbrände, ausgelaufene Flüssigkeiten, Menschen oder Tiere in Notlagen, Sturmschäden und auch böswillige Alarmierungen, gewesen. ” Es gab aber auch Einsätze, bei denen unsere Kameraden einer starken Belastung ausgesetzt waren, wie Verkehrsunfälle, bei denen junge Menschen getötet wurden, die im Alter unserer Kameraden waren ”, betonte Hein.
Zur Gardeleger Wehr gehören derzeit insgesamt 101 Kameraden. Das Durchschnittsalter liegt bei 51, 56 Jahren. 51 Kameraden arbeiten im aktiven Dienst, deren Durchschnittsalter liegt bei 30, 53 Jahren. Unter den aktiven Feuerwehrleuten sind 14 Frauen ( Durchschnittsalter : 29 Jahre ). 22 Kameraden sind in der Ehrenabteilung organisiert.
Neben dem Einsatzgeschehen habe sich die Wehr an zahlreichen anderen Veranstaltungen in der Stadt beteiligt. Als Beispiel führte Hein die Absicherung von Sportveranstaltungen, wie den Wallmarathon, an. Die Wehr habe sich am Rahmenprogramm der Goaldiving-Weltmeisterschaften beteiligt. In diesem Jahr wird die Wehr dabei mit einer eigenen Mannschaft starten. Zum Arbeitsprogramm gehörten ferner zahlreiche Führungen durch das Gerätehaus. Insbesondere viele Schulen und das Schullandheim hätten diese Möglichkeit genutzt. Weitere Aktionen waren das traditionelle Maibaum-Aufstellen, der Auf- und Abbau der Weihnachtspyramide und des Weihnachtsbaumes auf dem Rathausplatz. In zwei Schulen waren Kameraden als Beobachter bei Alarmübungen dabei. Von wild wachsendem Strauchwerk wurde die Insel auf dem Stadtgraben befreit. Und im Rahmen einer Kettensägenübung beseitigten Kameraden Bäume im Lindenhofgarten, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit dargestellten hätten, so Hein.
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