25.03.2009
Ärger über Halbstarke

Dieses Schild soll die Jugendlichen abschrecken, auf dem Parkplatz herumzulungern. Anwohner haben sich massiv gegen die Lärmbelästigung durch Autos und Musik beschwert. Foto: Höske
Anwohner beschwerten sich über Lärmbelästigung / Gremium besprach Problem
Die Anwohner der Stendaler Straße gehen auf die Barrikaden: Die Lärmbelästigung durch herumlungernde Jugendliche auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums hat ihre Grenzen schon längst überschritten. Ein Gremium, bestehend aus Anwohnern, Supermarkt-Vertretern, Ordnungsamtsleiter Heiko Hirsch, Polizeichef Jörg Gebur sowie Gardelegens Revierkommissariatsleiter Rainer Fricke, beriet gestern.
Mehrere Anwohner der Stendaler Straße und der Mozartstraße haben sich bei der Gardelegener Stadtverwaltung bereits vielfach über die zahlreichen Jugendlichen beschwert, die fast jeden Abend, so ein Anwohner, den Parkplatz vor den Einkaufsmärkten an der Stendaler Straße bevölkern.
“Die fahren da Rennen, mit quietschenden Reifen, hören laut Musik, fahren mit Quads, spielen Fußball bis nachts um 4 Uhr”, bilanzierte ein anderer Anwohner die Aktivitäten, die werktags und auch am Wochenende stattfinden. “Der Eigentümer des Platzes hat wohl seine Bereitschaft erklärt, dagegen etwas zu unternehmen.”
Schilder mit den Worten “Im Umkreis von 50 Metern ist das Vagabundieren, Alkohol trinken und Notdurft verrichten verboten” sollen die Jugendlichen mahnen. Sie stehen bereits seit einigen Wochen auf dem Parkplatz, werden aber augenscheinlich ignoriert. Ein Schlagbaum oder ein Tor würden helfen, aber das sei auch eine Geldsache.
“Das ist ein Privatgrundstück, auf das abends eigentlich niemand drauf darf”, so ein Anwohner weiter, der dort im Sommer schon bis zu 100 Autos gezählt hat. So sieht das auch Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. “Das ist ein Privatgelände in Verbindung mit den Märkten und keine öffentliche Fläche”, sagte er. Die Beschwerden seien ihm bekannt und “schon berechtigt”. Die Jugendlichen treffen sich dort und hinterlassen eine Müllkippe. Diese Art der Jugendlichentreffs bezeichnete er als eine Art “Modeerscheinung”, die es nicht nur in Gardelegen gibt. “Ich appelliere an die Vernunft, dass sich die jungen Leute gesittet benehmen”, so der Bürgermeister.
Rainer Fricke, Leiter des Revierkommissariats und Teilnehmer an der gestrigen Besprechung, bestätigte gestern, dass die Polizei schon öfter wegen des Lärms zur Stendaler Straße gerufen wurde, der Parkplatz verstärkt in die Streifentätigkeit einbezogen wird und dort auch oft Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden. “Wir haben mit dem Ordnungsamt gestern Lösungsmöglichkeiten erörtert, die aber noch entschieden werden müssen”, so Fricke.