09.12.2008

Stadtführer dringend gesucht!

Stadtführer dringend gesucht!

Stadtführer dringend gesucht!

Zahlen, Fakten, Anekdoten: Kreisvolkshochschule will mit Spezialkursen Ortskundige fit machen
Ein spannender Kurs beginnt im Januar in der Gardelegener Kreisvolkshochschule (KVHS). 35 Stunden lang können Interessierte in theoretischen und praktischen Kursen alles über die geschichtliche Entwicklung der Hansestadt Gardelegen erfahren. Und wer es sich zutraut, könnte danach als Stadtführer arbeiten. Diese werden derzeit nämlich dringend benötigt.Fünf sind sie derzeit. Fünf Experten, die sich mit der Gardelegener Stadtgeschichte bestens auskennen, Zahlen nennen und dazu so manche kleine Anekdote oder Sage erzählen können. Und sie machen ihre Sache bestens, schwärmt Ulrike Wolterstorff, Mitarbeiterin der Touristinformation Gardelegen. Sie lässt auf “ihre Stadtführer” nichts kommen, lobt vor allem deren häufige Einsatzbereitschaft.

Die nämlich wurde in diesem Jahr rund doppelt so oft gebraucht, wie im Jahr zuvor. Ulrike Wolterstorff nennt dazu auch gleich noch eine beeindruckende Zahl: “700 Touristen wurden in diesem Jahr durch unsere Stadt geführt.” Erklären kann sich die Tourismusfachfrau diesen enormen Boom vor allem durch die Hansetage, die in diesem Sommer “das Thema Hanse insgesamt wieder mehr in den Vordergrund rückten”.

Doch viele von jenen, die kamen um sich vom mittelatlterlichen Charme der Gardelegener Altstadt verzaubern zu lassen, wollten das gern innerhalb einer Führung erleben. Und so glühten in diesem Jahr die Drähte zwischen Touristinformation und Stadtführern. “Es durfte keiner ausfallen”, so Ulrile Wolterstorff. Das zu garantieren sei allerdings so maches Mal nicht ganz so einfach gewesen. “Nur zwei unserer Stadtführer sind bereits Rentner und somit auch innerhalb der Woche verfügbar”, erklärt sie. Da jedoch kommen erfahrungsgemäß die meisten Besucherbusse. Und genau deshalb wäre den Mitarbeitern der Toutistiformation sehr daran gelegen, neue Stadtführer zu finden.

Genau dabei soll nun ein Kurs der Kreisvolkshochschule, Außenstelle Gardelegen helfen. Er beginnt am 15. Januar und umfasst insgesamt 35 Stunden in zwei Teilen. Im ersten lernen die Teilnehmer dabei das Wichtigste zur Stadt- und Baugeschichte – von den Askaniern bis hin zur Neuzeit. Erfahren alles zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur Bedeutung von Hanse und Militär und hören überlieferte und neuere Anekdoten über ihren Heimatort. Dabei gehts auch durchaus praktisch zu. So stehen zahlreichen Besuche der Kirchen und anderer Baudenkmäler auf dem Programm.

“Dieser Teil”, so vermutet KVHS-Direktor Dr. Herbert Teichert, “wird sicherlich viele Gardelegener interessieren.” Und der eine oder andere von ihnen werde sich dann, ” hoffentlich” auch für den zweiten Teil des Kurses begeistern können. Dabei nämlich erfahren potenzielle Stadtführer dann alles über Organisation und Methodik von Führungen, lernen die rechtlichen Grundlagen kennen und üben anhand von Konfliktbewältigungsstrategien zum Beispiel auch den Umgang mit stressigen Zeitgenossen.

Die netten Touristen allerdings kommen weitaus häufiger vor, versichert Ulrike Wolterstorff aus Erfahrung. Und so bietet der “Zweitberuf” Stadtführer nicht nur die Möglichkeit, sich dann und wann etwas dazuzuverdienen, sondern verspricht auch viele spannende Erlebnisse und Begegnungen mit fremden und interessanten Menschen.

Die Kenntnis fremder Sprachen übrigens wären für einen Stadtführer von Vorteil aber natürlich nicht Bedingung, so Ulrike Wolterstorff. Auch wenn sie einen “geschichtsinteressierten, pensionierten Englischlehrer” natürlich mit offenen Armen in ihrer Runde empfangen würde, wie sie lächelnd verriet.

Quelle: Altmark Zeitung | Autor & Foto: G. Biermann