20.11.08

Viel Sport nach den Hausaufgaben

Kerstin Krekow (r.) ist Koordinatorin für die Ganztagsschule. Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit von der pädagogischen Mitarbeiterin Kathrin Vogel (l.) und Schulsozialarbeiterin Andrea Molinnus. Die Weihnachtsstadt bastelte Vogel für den Betreuungsraum. Foto: Jörg Marten

Kerstin Krekow (r.) ist Koordinatorin für die Ganztagsschule. Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit von der pädagogischen Mitarbeiterin Kathrin Vogel (l.) und Schulsozialarbeiterin Andrea Molinnus. Die Weihnachtsstadt bastelte Vogel für den Betreuungsraum. Foto: Jörg Marten

Die 22 Arbeitsgemeinschaften der Ganztagsschule werden von den Fünft- und Sechstklässlern gern genutzt
Der Ganztagsschulbereich an der Karl-Marx-Sekundarschule ist in diesem Schuljahr so vielfältig wie noch nie. Die Fünft- und Sechstklässler können zwischen 22 Arbeitsgemeinschaften wählen, zudem nutzen die meisten von ihnen auch das Angebot der Hausaufgabenbetreuung. Seit September ist Kerstin Krekow als Koordinatorin für den Ganztagsschulbereich verantwortlich.

Montags bis donnerstags können die Schülerinnen und Schüler der Karl-Marx-Sekundarschule wählen zwischen 22 Arbeitsgemeinschaften im Ganztagsschulbereich. Die meisten Nutzer kommen aus den beiden untersten Klassen. 84 der 113 Fünft- und Sechstklässler nutzen das Ganztagsangebot der Schule, sagte gestern Kerstin Krekow, die seit September als Koordinatorin für den Ganztagsschulbereich an der Sekundarschule zuständig ist.

In den höheren Klassen lässt das Interesse an den Angeboten nach. Grund dafür ist nicht nur, dass die Ganztagsschule erst vor drei Jahren in den fünften und sechsten Klassen eingeführt worden war und sozusagen von unten nach oben wachsen soll, sondern auch, dass die höheren Klassen oftmals mehr Unterrichtsstunden haben als die unteren und dann aus Zeitgründen das Angebot in den siebten und achten Stunden nicht mehr nutzen können – weil der Bus fährt. Es sei deshalb für die Schüler der oberen Klassen nicht ganz leicht, das Angebot zu nutzen sagte Schulleiter Horst-Dieter Radtke.

Doch drei von vier Schülern der unteren beiden Klassen besuchen wenigstens eine der angebotenen Arbeitsgemeinschaften. Beliebt sind sportliche Angebote wie Fußball, Tennis, Unihockey, Tischtennis, aber auch Gesellschaftsspiele, Töpfern, kreatives Gestalten oder Keyboardspielen werden belegt. Am beliebtesten ist die AG Kochen und Backen, die wegen der großen Nachfrage gleich dreimal angeboten wird. Auch die AG Computer hat viele Freunde – sie wird zweimal angeboten.

” Wegen der hohen Einsatzbereitschaft vieler Kollegen haben wir dieses breite Angebot an Arbeitsgemeinschaften ”, sagte gestern Kerstin Krekow. Und sie hat Unterstützung, die sie schätzt : die pädagogische Mitarbeiterin Kathrin Vogel ebenso wie die Schulsozialarbeiterin Andrea Molinnus.

In den siebten Stunden fi ndet in den Klassenräumen die Hausaufgabenbetreuung statt. Die Kinder sollen dort in ruhiger Atmosphäre ihre schriftlichen Hausaufgaben für den nächsten Tag erledigen. Von den älteren Schülern würden vor allem die Siebtklässler dieses Angebot gern nutzen, sagte Krekow. In der achten Stunden finden dann die Arbeitsgemeinschaften statt. Viele Kinder kommen in dieser Zeit auch zur Betreuung in den eigens eingerichteten Betreuungsraum der pädagogischen Mitarbeiterin.

Klassenübergreifende Angebote seien die Streitschlichter und die Schülerzeitung, die von Andrea Molinnus betreut wird und an der vor allem Schüler der siebten bis zehnten Klasse mitarbeiten.

Neu ist ein weiteres Angebot im Haus : Kathrin Vogel bietet montags ein gesundes Frühstück an. Für 70 Cent können sich die Schüler in der ersten großen Pause ein Würstchen mit Brötchen holen, für 30 Cent ein halbes belegtes Brötchen. Mohrrüben gibt es gratis dazu. ” Gerade im Ganztagsbereich kommen viele Schüler ohne Frühstück zur Schule und haben dann bis 15. 30 Uhr nicht einmal Mittagsbrot ”, so Krekow. Schön wäre es, wenn sich Firmen bereitfänden, die etwa die Brötchen oder auch die Belege sponsern würden. Denn selbst die 30 Cent könnten einige nicht bezahlen.

Im Aufbau begriffen ist eine Schülerbibliothek. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft ” Gestaltung der Schule ” malern derzeit den Raum. Be nötigt werden noch Stehregale. Die Gardeleger Bibliothek wolle dann Bücher als Leihgaben bereitstellen, die sich die Schüler an einem festen Tag ausleihen könnten, sagte Krekow. Später sollten dann auch Nachschlagewerke für die älteren Schüler in der Bibliothek stehen.

Die Schüler wählen ihre Arbeitsgemeinschaften immer zum Ende des Halbjahres für das nächste Halbjahr aus. Im Januar plant die Schule einen Tag der offenen Tür für die Schüler der fünften und sechsten Klassen und deren Eltern, um ihnen das Angebot zu zeigen. Dort sollen sich auch die Arbeitsgemeinschaften vorstellen. Ende des Schuljahres soll die Ganztagsschule auch den Schülern der künftigen fünften Klassen vorgestellt werden.

Noch sind Betriebe und Vereine kaum eingebunden in das Angebot – der Tennisverein aber stellte etwa die Schläger zur Verfügung. ” Ich wünsche mir, dass sich Betriebe und Vereine mehr einbringen ”, sagte Krekow Und auch Eltern oder Großeltern könnte sich die Lehrerin gut vorstellen – beim Backen, Basteln, Spielen oder auch mal, um den Kindern zu zeigen, wie ein Fahrrad repariert wird. Die Eltern würden dabei nicht alleingelassen, sagte Krekow : Pädagogen seien als Begleitung dabei. Wer Lust dazu habe, sollte sich in der Schule melden.

Quelle: Volksstimme | Autor: J. Marten | Foto: J. Marten