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24.09.2009

Kita-Kinder: Wir stehen früher auf

Herumtollende Kinder in der Gardelegener Kita Krümelkiste: Bald soll der Nachwuchs 30 Minuten früher in den Einrichtungen sein als bisher.Foto: Archiv / ah

Herumtollende Kinder in der Gardelegener Kita Krümelkiste: Bald soll der Nachwuchs 30 Minuten früher in den Einrichtungen sein als bisher.Foto: Archiv / ah

Kernzeit in den Einrichtungen soll künftig schon um 8.30 Uhr starten
Bisher kommen die Mädchen und Jungen in den Gardelegener Kindertagesstätten spätestens um 9 Uhr in die Einrichtungen. Das soll sich ändern. Künftig heißt es wohl, getreu dem offiziellen Motto des Landes Sachsen-Anhalt: Wir stehen früher auf.

Es geht um die Grundsatzfrage: Sind Kindertagesstätten (Kita) reine Aufbewahrungsanstalten für den Nachwuchs, oder erfüllen die Einrichtungen auch eine ernsthaften Bildungsauftrag? Letzteres, meint nicht nur Petra Giggel, die Leiterin der Gardelegener Kita Krümelkiste. Giggel war eine der Gäste am Dienstagabend während der Zusammenkunft des Gardelegener Sozialausschusses. Thema war die künftige Öffnungszeit in den Einrichtungen.

Konkret geht es um die Kernzeit, wann die Kinder in den Kitas sein sollen. Amtsleiter Klaus Richter erläuterte die derzeit gültige Satzung, die bereits seit fünf Jahren in Kraft ist: Spätestens um 9 Uhr müssen die Kinder vor Ort sein. Zu spät, findet Petra Giggel. Denn manche Eltern würden ihre Kinder auf den letzen Drücker bringen. “Dann bleibt zu wenig Zeit, um nach draußen zu gehen und um unserem Bildungsauftrag gerecht zu werden”, erläuterte sie. In Absprache mit den anderen Einrichtungsleiterinnen schlage man eine Vorverlegung der Kernzeit auf 8.30 Uhr vor. Dann, so ihr Argument, habe man mehr Zeit, mit den Kindern etwas zu machen. Ideal wäre sogar ein Beginn um 7 Uhr. Aber das, fand nicht nur die Krümelkisten-Leiterin, sei wohl nicht durchsetzbar. Viele Väter oder Mütter, die nicht zur Arbeit gehen, würden es nicht schaffen, ihre Kinder schon so früh in die Einrichtung zu bringen. Zumal sie gerne auch Zuhause gemeinsam in aller Ruhe und ohne Zeitdruck frühstücken sollen. “8.30 Uhr, damit könnten wir leben”, lautet das Fazit von Petra Giggel und ihren Kolleginnen.

Die Ausschuss-Mitglieder fanden dies auch. “Völlig indiskutabel” sei eine 7-Uhr-Regelung, so Erika Olbrich. Und Horst Hartmann nannte 7 Uhr “eine Utopie”. Aber “es geht ja um die Kinder und deren Bedürfnisse”, so Hartmann. Und so schlägt der Fachausschuss die 8.30 Uhr-Regelung vor. Dann hätte man mehr Zeit in den Einrichtungen, sich um die Kinder zu kümmern. “Unser Erziehungsziel muss es sein, die Eltern da hinzukriegen”, ergänzte Richter abschließend.

Quelle: Altmark Zeitung | Autor: S. Schmidt