30.07.2012

Mikroprojekte boten 427 Teilnehmern eine Chance

Georg Naumann zog ein Resümee für das Programm "Stärken vor Ort". | Foto: Donald Lyko

In knapp drei Jahren wurden in der Hansestadt 28 Maßnahmen im Bundesprogramm “Stärken vor Ort” umgesetzt

Knapp drei Jahre lang hat die Hansestadt Gardelegen das Bundesprogramm “Stärken vor Ort” genutzt, um beruflich und sozial benachteiligten Jugendlichen und Frauen bei der Integration, vor allem auf dem Arbeitsmarkt, zu helfen. Zum Abschluss ziehen die Projektbeteiligten eine positive Bilanz.

Nach der ersten Vorstellung des Programmes zu Beginn des Jahres 2009 waren 63 Projekte eingereicht worden. Zwischen Sommer 2009 und dem Ende des vergangenen Jahres wurden dann letztendlich 28 sogenannte Mikroprojekte – pro Projekt gab es maximal 10 000 Euro – umgesetzt, weil dafür die zur Verfügung stehenden 252 000 Euro Fördergeld reichten. Die Auswahl hatte der Begleitausschuss getroffen, in dem Verwaltungsmitarbeiter ebenso vertreten waren wie Mitglieder des Sozialausschusses, die Arbeitsagentur, Bildungsträger und andere Zielgruppen. Auch wenn die Federführung beim Hauptamt der Stadt lag, hatte Georg Naumann als Externer im Auftrag der Stadt die Fäden in der Hand. Er betreut auch das derzeit laufende Förderprogramm “Zusammenhalt durch Teilhabe”.

Die Projekte waren ganz vielfältig. Da gab es im Jahr 2010 zum Beispiel “Saisonkräfte als Starthilfe” vom Förderverein des Waldbades Zichtau. Arbeitslose Frauen kümmerten sich während des Projektes um die Organisation von Veranstaltungen und das Absichern des Schwimmbadbetriebes. Ein anderes Projekt war die Instandsetzung und Wiedernutzbarmachung der Skaterbahn am Jugendförderungszentrum in Gardelegen. Der Reit- und Fahrverein Gardelegen nutzte “Stärken vor Ort” für spezielle Reitangebote für Jugendliche zur Förderung von Toleranz und Fairness sowie für Frauen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft. Im ersten Förderjahr war vom Verein zudem ein Jugendlicher beschäftigt worden, um ihm die Vermittlung auf den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Es gab Projekte für Frauen, die sozial isoliert sind und deren soziale Kompetenzen wieder gestärkt werden sollten. Der Kultur- und Denkmalpflegeverein Gardelegen nutzte das Programm, um befristet eine Mitarbeiterin für die Nikolaikirche zu beschäftigen, die dort tagsüber Ansprechpartnerin war und Besucher historisch informieren konnte. Ein Projekt des Jugendförderungszentrums für Jugendliche, die sich mit ihrer Heimatstadt intensiver beschäftigen, gehörte ebenso dazu wie die Garden sniffers, ein gemeinschaftliches Umweltprojekt des Fördervereins der Karl-Marx-Schule und des Gutes Zichtau. Aber auch der Heimatverein Jävenitz nutzte das Bundesprogramm, das aus dem Europäischen Sozialfonds und vom Bundesfamilienministerium gefördert wurde. Beim Jäveniter Projekt “Was das Haus erzählt” wurde eine Frau aus dem Ort befristet beschäftigt, um eine Dokumentation über die Jävenitzer Gebäude zu erstellen.

“Insgesamt wurden mit den Maßnahmen 427 Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Gardelegen einbezogen”, resümierte Naumann. Und er nannte weitere Zahlen: 25 Jugendliche wurden über die Mikroprojekte in ein Ausbildungsverhältnis vermittelt. 17 Beschäftigungsverhältnisse basieren auf dem Wirken der Projekte. 51 Teilnehmer fanden auf dem zweiten und dem dritten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung. Außerdem wurden sieben Praktia vermittelt.

Für die Statistik hat Georg Naumann auch die 427 Teilnehmer, von denen 305 Jugendlichen waren, noch einmal detaillierter aufgegliedert in 282 Frauen und 145 Männer. Mit dabei waren 112 Langzeitarbeitslose sowie 22 Migranten. Das Wirken der Mikroprojekte gehe weit über die Zahlen hinaus, heißt es im Fazit am Ende von knapp drei Jahren “Stärken vor Ort” in der Hansestadt Gardelegen. Viele von den Projekten “haben Entwicklungen angeschoben, die noch nicht abgeschlossen sind …, haben das Ehrenamt in Gardelegen nachhaltig gestärkt oder werden in Eigenregie … fortgesetzt”, heißt es in der Abschlussdokumentation.

Quelle: Volksstimme | Autor: Donald Lyko