19.07.2012
Grundschüler kickten wie die echten Stars

Ob wie hier Portugal (Reutter-Grundschule) gegen Kroatien (Goetheschule) - stets war der Ball heiß umkämpft. | Foto: Gesine Biermann
Alle drei Schulen beteiligten sich an der mittlerweile dritten Mini-Fußball-EM in Gardelegen
Die Fußballeuropameisterschaft vorbei? Mitnichten. Gestern ging sie erst richtig los. Kicker waren Schüler aus allen drei Grundschulen der Stadt. Sieger wurden Spanien, logisch, und die Ukraine.
Morgens halb zehn in der Schillersporthalle in Gardelegen: Die portugiesischen Fußballspieler verschenken nichts. Schon zum zweiten Mal haben sie den Ball über die Torlinie der kroatischen Mannschaft geschossen. Doch auch deren Kicker halten tapfer auf das Tor der Portugiesen zu, kämpfen hart gegen die Gegner an. Am Ende bringt es aber nichts. Nach genau sechs Minuten müssen sie das Spiel verloren geben. Portugal siegt und jubelt. Das heißt übersetzt: Die Erstklässler der Reutter-Grundschule springen vor Freude in die Luft.
Später wird ihre Sportlehrerin Edelgard Kubbe ganz besonders stolz auf sie sein. Denn “auch mein Herz schlägt für Portugal”, gibt sie schmunzelnd zu und zeigt auf ihr T-Shirt. Das Fußballspiel ihrer Erstklässler kann sie gestern dennoch nicht verfolgen. Für die jungen Kicker aus ganz Europa, die sich in der Schillerstraßensporthalle spannende Wettkämpfe liefern, sind nämlich Frank Bergmann, Sportlehrer der Goethe-Grundschule, und Ralf Krüger, Sportlehrer der Wander-Grundschule, verantwortlich. Mit beiden Kollegen hat Edelgard Kubbe zuvor einen ganzen Nachmittag lang die Mini-EM vorbereitet. Schließlich sollten die Paarungen diesmal so erfolgen, “wie sie original während der EM gespielt wurden”, erläutert Kubbe.
Sie selbst überwacht mit Gudrun Jacobs, Sportlehrerin in der Goethe-Grundschule, die Völkerball-Mannschaften in der Turnhalle der Wander-Schule. “Wer nicht Fußball spielen wollte, konnte hier mitmachen. So waren alle Kinder beteiligt”, erklärt sie. Und ob Fuß- oder Völkerball – alle seien mit Eifer dabei. Die Sportlehrer, für die der Tag “Stress pur ist”, die aber ebenfalls “viel Spaß haben”, wie sie versichert, müssen genau aufpassen, wer hier Tore schießt oder abgeworfen wird. Schade finden Kubbe und ihre Kollegen nur, dass die mittlerweile dritte EM nicht auf dem Sportplatz stattfinden konnte. “Doch wir haben heute morgen noch geguckt, das ging nach dem Regen absolut nicht.”
Am Ende dann ist die Siegehrung mit den echten Landesfahnen auf den Urkunden aber genau so feierlich, wie die auf dem Rasen.
Und eine Siegerprämie brauchen die Schüler ohnehin nicht. Sie freuen sich lieber auf die Ferien. Morgen gibt es nämlich schon Zeugnisse.