12.06.2012

Instrumentenkarussell dreht sich wieder

Die elfjährige Maya Liesche führte beim Instrumentenkarussell in Gardelegen mal vor, wie schön eine Geige klingt, wenn sie sauber gespielt wird. Lehrer Jens-Peter Dossin stellte danach in zwei Unterrichtsstunden die Streichinstrumente vor. | Foto: Gesine Biermann

Musikschule bietet auch in Gardelegen die Möglichkeit zum Probemusizieren an

Probieren geht über Studieren. Derzeit bietet die Kreismusikschule auch in Gardelegen wieder das Instrumentenkarussell an.

Die kleine Johanna sitzt im Saal der Gardeleger Musikschule, lässt die Beine baumeln und sieht gespannt ihrer ersten Geigenstunde entgegen.

Wenn sie damit fertig ist, darf die Sechsjährige auch noch Cello, Bratsche oder sogar mal Kontrabass spielen. Wie das geht, wird ihr geduldig Musiklehrer Jens-Peter Dossin erklären. Ach ja: Auch Keyboard hat die Jerchelerin schon ausprobiert und verschiedene Blasinstrumente dazu. Das alles nämlich macht das Instrumentenkarussell der Musikschule möglich, das derzeit auch in Gardelegen wieder läuft.

Musikmachen macht Spaß und Kinder fast immer noch ein bisschen klüger, als sie schon sind. Zudem ist Musizieren ein wunderschönes Hobby, eine tolle Möglichkeit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und – wenn es man dann beherrscht – sorgt es für Erfolgserlebnisse und Momente, in denen man sich mal so richtig fallen lassen kann. Kurz: Musik ist großartig. Das ist vielen Eltern klar.

Und so steht für manche schon früh fest: Mein Kind soll einmal die Chance bekommen, ein Instrument spielen zu lernen. Und auch dafür gibt es schließlich Menschen, die sich damit auskennen. Die Telefonnummer der Musikschule ist schließlich schnell gefunden. Also los.

Doch dort angekommen, stehen Sohn, Tochter, Mama oder Papa dann zuweilen vor einer schwierigen Entscheidung. Nämlich aus den vielen verschiedenen Instrumenten das passende herauszufinden. Denn manch einer der Eltern hat zwar schon ganz konkrete Vorstellungen, würde den Sohn gern als Jimmi Hendrix an der Gitarre, die Tochter als künftige Anne-Sophie Mutter an der Geige sehen. Doch dann klingen da ganz plötzlich auch noch andere tolle Töne aus den Unterrichtsräumen in der Schule. Und alle sind auf ihre Art spannend.

Um die Entscheidung fürs richtige Instrument ein bisschen leichter zu machen, gibt es seit rund zehn Jahren an der Kreismusikschule des Altmarkkreises das Instrumentenkarussell. Und derzeit dreht es sich gerade wieder. An den Schulen in Salzwedel und in Gardelegen können Eltern mit ihren Kindern an diesem Probeunterricht teilnehmen und in rund 14 Unterrichtsstunden ihre Vorlieben herausfinden.

Unterteilt ist das Karussell dabei in vier bis fünf Kategorien. “Das ist natürlich auch immer ein bisschen davon abhängig, welche Instrumente wir in diesem Jahr anbieten können”, erklärt Musiklehrer Jens-Peter Dossin. In diesem können die Kinder Zupfinstrumente oder Tasteninstrumente wie Keyboard und Klavier kennenlernen, dürfen sich als Blasmusiker ausprobieren, und zwar an Blech- oder Holzblasinstrumenten. Wer Lust hat, kann aber auch mal am Schlagzeug sein Rhythmusgefühl testen.

Bei Jens-Peter Dossin lernen die Kinder, wie eingangs schon erwähnt, wiederum die Streichinstrumente wie Geige, Cello, Bratsche und den dicken Kontrabass kennen. Das geht natürlich zu Anfang noch nicht so leicht. Auch bei der kleinen Johanna quietscht der Boden in ihrer ersten Stunde noch ordentlich. Doch alles ist eine Frage des Übens, versichert Dossin Johanna und ihrer Mama. Und damit beide mal hören können wie es klingt, wenn man fleißig dabei bleibt, dürfen sie mal kurz Musikschülerin Maja Liesche lauschen. Die Elfjährige aus Wenze lernt nämlich, Geige zu spielen. Ganz sauber klingen ihre Töne. Und Johanna und ihre Mama bekommen so einen ersten Eindruck davon, wie schön sich das Instrument anhört. Ein solches können Musikschüler übrigens zumeist auch in der Musikschule ausleihen, versichert Dossin.

Johanna, die mit ihren sechs Jahren übrigens ein gutes Einstiegsalter hat, weiß am Ende der Stunde zwar noch nicht genau, welches Instrument sie nun wirklich lernen will – “das Keyboard”, das ihr kürzlich Musiklehrer Jürgen Neuling vorstellte, hat ihr nämlich auch ziemlich gut gefallen, verrät sie schüchtern. Und wenn sie recht überlegt, die Blasinstrumente bei Dirk-Peter Hahn klangen doch irgendwie auch ganz prima.

Doch auch wenn sich Johanna noch nicht festlegen mag: Der Grundstein ist gelegt. Bis zum September muss sie sich allerdings entscheiden, ob sie demnächst regelmäßig in die Musikschule kommen möchte. Das neue Musikschuljahr beginnt nämlich gemeinsam mit dem der anderen Schulen am 5. September.

Und wer nicht am Instrumentenkarussell teilgenommen hat? Der könne, wenn er weiß, was er lernen möchte, natürlich auch jederzeit einen Termin mit der Musikschule vereinbaren, versichert Dossin. Dort wird das Team alles versuchen, um Wünsche zu erfüllen, auch wenn vielleicht nicht immer sofort ein Lehrer für das Lieblingsinstrument zur Verfügung steht. Und für alle, die noch nicht ganz sicher sind, ob und womit sie Musik machen wollen, wird sich das Instrumentenkarussell dann wohl auch im kommenden Jahr wieder drehen.

Quelle: Volksstimme | Autor: Gesine Biermann