23.05.2012
Jeseritzer Kirchenuhr muss saniert werden
Christlicher Gemeinde fehlt das Geld für die Erneuerung der Drahtseile der Mechanik
Zahlreiche Sanierungsarbeiten wurden in den vergangenen Jahren an der Jeseritzer Kirche vorgenommen. Die Kosten trug jeweils die Kirchengemeinde. Nun ist die Kirchenuhr defekt. Die Jeseritzer bitten daher die Stadt um Unterstützung.
“Irgendwann ist das Geld eben alle”, sagte Ortsbürgermeister Reiner Köhler. Die Kirche in Jeseritz wurde seit der politischen Wende fast ständig saniert. Eine Vielzahl von Arbeiten wurde geleistet und die Kirchengemeinde hat dafür bezahlt. “Oft hatten wir auch Unterstützung von der Braunschweiger Landeskirche”, sagte Ortsbürgermeister Reiner Köhler. “Doch nun ist unsere Kirchenuhr defekt”, sagte Köhler. Die Kosten von etwas mehr als 1000 Euro könne die Kirchengemeinde zurzeit nicht zahlen. “Deswegen haben wir einen Antrag auf Unterstützung bei der Stadt gestellt”, fügte er an.
Erst vor zwei Wochen hatten die Mitglieder der Jeseritzer Kirche wieder in ihr Gotteshaus investiert. “Wir haben eine Treppe erneuert”, erzählte Köhler. Diese führt vom mittleren Geschoss des Kirchenturms zum oberen. “Hier war noch eine ganz alte Treppe installiert. Diese ging gerade hinauf, war demnach viel zu steil und die Stufen waren daher auch viel zu schmal”, erläuterte der Jeseritzer den Grund der Sanierung. “Rund 2000 Euro hat die neue Holztreppe gekostet”, sagte er. Die Landeskirche hatte um den Umbau gebeten, weil die alte Treppe eine Gefahrenquelle dargestellt hatte. “Das war eine planbare Ausgabe. Aber für die defekte Uhr ist demnach nun kein Geld mehr vorhanden.”
Die Kirchenuhr hat ein mechanisches Uhrwerk. “Es ist aus dem Jahr 1907, eigentlich ein richtig wertvolles Stück”, meinte der Ortsbürgermeister. Weil sie eigentlich noch gut funktioniere und weil sie eben auch noch gut erhalten ist, wollen die Jeseritzer auch keine moderne, elektrische Uhr. “Alle zwei Wochen muss sie aufgezogen werden”, erklärte Köhler. Das funktioniere wie bei einer Kuckucksuhr. “Zwei Gewichte werden nach oben gezogen. Diese sinken langsam ab und betreiben dadurch die Unruh”, beschrieb er die Funktionsweise. “Jetzt sind die Drahtseile, an denen die kiloschweren Gewichte hängen, angegangen”, sagte er. Die Drähte lösen sich auf. “Das wird natürlich zur Gefahr. Sollte so ein Draht reißen, fallen die Gewichte auf den Boden, also eine Zwischendecke im Kirchturm”, machte er deutlich. Diese würde der Wucht des Aufpralls der Gewichte nicht standhalten, schätzt er. “Zudem wären auch Personen in Gefahr”, betonte Köhler.
Daher stehen die Gewichte nun auf dem Boden, die Seile sind entlastet. “Und die Uhr geht nicht”, ergänzte er. “Wir brauchen einen Sponsor, der uns unter die Arme greift.” Schon kurz nach der Wende, 1991/92, sei die Kirche generalsaniert worden, erklärte Köhler. Die Wände seien trockengelegt worden, die Orgel wurde saniert und der Kronleuchter wurde ebenfalls wieder hergerichtet. Vorher war ein Kirchenraum abgetrennt worden, um dort die Christenlehre stattfinden zu lassen. “Der ganze Boden wurde neu verlegt”, weiß Köhler noch heute. Zudem wurde die Orgel mit einem Motor ausgestattet, damit sie nicht mehr mit Menschenkraft mit Luft versorgt werden müsse. Neu gestrichen wurde die Kirche auch. Die Glockenanlage wurde ebenfalls motorisiert und ist nun per Knopfdruck steuerbar.
2009/10 investierte die Kirchengemeinde mit Hilfe der Braunschweiger Landeskirche 13 000 Euro in die Außenanlage des Sakralbaus. “Die zerrütteten Wände wurde wieder hergestellt, es wurden neue Platten verlegt und die Außenwand wurde neu verputzt.”
Wie viel Geld insgesamt nach 1990 in die Kirche in Jeseritz geflossen ist, kann Köhler nicht sagen. “Sehr viel”, sagte er. Und fügte an: “Nun ist eben erst mal nichts mehr da.” Daher hoffen die Jeseritzer auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt.

Die Uhr der Jeseritzer Kirche muss saniert werden. | Foto: Sebastian Siebert