21.05.2012
Dröhnende Motoren über der Stadt

Ein DDR-Agrarflugzeug im Landeanflug auf den Gardelegener Segelflugplatz, rechts daneben die „Tante Anna“, eine russische An2, Baujahr 1969: Auf dem Segelflugplatz fand am Wochenende zum fünften Mal ein Agrarfliegertreffen statt. Fotos: Alexander Walter
Piloten aus ganz Deutschland und hunderte Besucher beim fünften Gardelegener Agrarfliegertreffen
Eine halbe Stunde ist die „Tante Anna“ in der Luft, als sie am Sonnabendvormittag von Ballenstedt kommend auf dem Gardelegener Segelflugplatz einschwebt.
Mit dröhnenden Motoren setzt Pilot Heiner Klebe den Koloss russischer Bauart auf den weitläufigen Hügeln oberhalb der Stadt auf. An der Landebahn ist die Freude groß, denn die Freunde aus dem Harz werden bereits erwartet.
Zum fünften Mal trafen sich am Wochenende ehemalige und aktive Agrarflieger aus ganz Deutschland in Gardelegen. Wegen der Tradition des Berufsstandes in der DDR kamen dabei vor allem Flieger aus den neuen Bundesländern in die Hansestadt. Standesgemäß reisten die meisten von ihnen im eigenen Flugzeug an. Und ganz im Sinne der Organisatoren des Gardelegener Fliegerklubs um Roland und Jacob Koch zog das Spektakel mehrere hundert Besucher an.
Geboten bekamen die Gäste nicht nur spektakuläre Flugmanöver, sondern sie konnten auch selbst zu einem Rundflug in den sommerlichen Himmel aufsteigen – wahlweise in einem der legendären gelben Agrarflugzeuge der Typen „Cmelak“ und „Kruk“, in der imposanten „Tante Anna“ (An2) oder auch in einem der zahlreichen Segelflieger. Rund um die Start- und Landepisten hatten die Organisatoren außerdem historische Technik aufgebaut, an der Neugierige sich informieren konnten, wie die jeweils rund 1000 Liter Flüssigkeit fassenden „fliegenden Traktoren“ in der DDR betankt wurden. Wenige Meter weiter berichtete etwa Modellflugzeugbauer Horst-Peter Makowski aus Saalfeld über Flieger wie seinen vier PS starken Nachbau einer „Cmelak“ im Maßstab eins zu vier.
Viele Besucher beschränkten sich allerdings darauf, ehrfürchtig das Geschehen unter den Wolken zu beobachten. Auf Klappstühlen und Decken machten sie es sich bei Gegrilltem, Kuchen und kühlen Getränken gemütlich, während „Tante Anna“ und Co. am Himmel ihre Bahnen zogen. Bestes Flugwetter herrschte allemal. „Heute liegt die Anna wie ein Brett in der Luft“, erklärte Heiner Klebe nach der ersten Landung zufrieden.