20.04.2012

Spielerisches Lernen für junge Wissenschaftler

Zum Thema elektrischer Strom haben die Schüler ein batteriebetriebenes Quiz gebaut. Bei richtiger Lösung leuchtet die Lampe. | Foto: Donald Lyko

Nicole Spalik bietet seit zwei Jahren an der Peter-Härtling-Grundschule Estedt eine Arbeitsgemeinschaft für Tüftler an

An der Peter-Härtling-Grundschule in Estedt gibt es in diesem Schuljahr acht Arbeitsgemeinschaften. Eine davon ist die AG Wissenschaft – und sie wird von einer Mutter geleitet.

Daran, dass Nicole Spalik während der Schulwochen jeden Freitag für eine Stunde an der Estedter Grundschule ist, hat auch ihr Sohn Elias Anteil. Denn weil daheim mit Spielen oder kleinen Experimenten wissenschaftliche Themen fast zum Alltag gehören, fragte der heutige Viertklässler seine Mutter: Können wir so etwas nicht auch in der Schule machen? Nicole Spalik fand die Idee gut und schlug sie Schulleiterin Grit Schnügger vor. Die war auch gleich interessiert – und wenig später war die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaft aus der Taufe gehoben.

Mittlerweile gibt es die AG im zweiten Jahr. “Wir beschäftigen uns immer mit Dingen, die im Alltag nutzbar sind”, erzählt Nicole Spalik. So haben die Schüler schon Schlappen aus Zeitungspapier gefertigt und ein batteriebetriebenes Quizspiel, bei dem ein Lämpchen anzeigt, wenn die richtige Antwort mit dem Kontakt berührt wurde – passend zum Sachkundelehrstoff elektrischer Strom. Die Leiterin der AG setzt dabei auf die Mischung von Spiel und Lernen. Das ist vermutlich auch der Grund für ihre Feststellung: “Alle sind mit Begeisterung dabei.” Wahrscheinlich auch, weil sich alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft inhaltlich einbringen können. “Wir beraten immer gemeinsam, was die Kinder interessiert”, berichtet Nicole Spalik. “Aber eine Stunde ist eigentlich viel zu kurz”, sagt die Mutter.

Weil die Voraussetzungen unterschiedlich sind, findet die Arbeitsgemeinschaft freitags in der sechsten Stunde immer im Wechsel zwischen Erst- und Zweitklässlern und Dritt- und Viertklässlern statt. “Mittlerweile gibt es sogar schon eine Warteliste, weil die Nachfrage so groß ist”, sagt Schulleiterin Grit Schnügger. Bei der Arbeit mit den jüngeren Schülern bekommt Nicole Spalik Hilfe von den Schülern der vierten Klasse.

Damit die Experimente und Arbeiten möglich sind, gibt es von Sponsoren Material oder Geld, um dieses zu kaufen. Nicole Spalik hat als Startkapital 500 Euro mitgebracht. Die nämlich stellt ihr Arbeitgeber, die E.on Avacon, für Mitarbeiter zur Verfügung, die sich ehrenamtlich engagieren.

Bei den Arbeitsgemeinschaften an der Peter-Härtling-Schule gibt es eine Mischung, die die Kreativen ebenso anspricht wie die Aktiven. In diesem Schuljahr gibt es die Arbeitsgemeinschaften Theater, Computer, Chor, Tanzen, Gestalten, Lesen, Handarbeiten und Wissenschaft. Letztgenannte ist die einzige, die von einem Elternteil geleitet wird. Mit Nicole Kleinloff gibt es aber eine weitere Mutter, die sich einbringt. Denn sie hilft in der Arbeitsgemeinschaft Handarbeit.

Quelle: Volksstimme | Autor: Donald Lyko