24.08.2011
„Es hat sich dort wahnsinnig viel getan“

Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs (3. von rechts) mit seinem polnischen Amtskollegen Arkadiusz Klimowicz (links daneben) während einer Radtour durch den Hafen von Darlowo. Drei Tage lang war er zu Gast in der Partnerstadt. Foto: Privat
Das größte Hotel vor Ort: Erweitert. Die Hafenanlagen: Ausbaut. Die Umgehungsstraße: Fast fertig. Die Uferpromenade: Saniert. „Es hat sich dort wahnsinnig viel getan“, schwärmt Konrad Fuchs von Darlowo.
Am Wochenende war Gardelegens Bürgermeister drei Tage lang zu Besuch in der polnischen Partnerstadt, unmittelbar an der Ostsee gelegen. Er tat dies auf Einladung seines polnischen Amtskollegen Arkadiusz Klimowicz, der Fuchs während des Sachsen-Anhalt-Tages in Gardelegen zu sich in das frühere Rügenwalde eingeladen hatte. Klimowicz war Ende Juni zum Landesfest gekommen, nachdem es mehrere Jahre lang fast keinen Kontakt mehr in die rund 500 Kilometer entfernte Stadt in Pommern gegeben hatte.
Als Gastgeschenk hatte Konrad Fuchs neben Saale-Unstrut-Wein auch die DVD vom Sachsen-Anhalt-Tag, produziert und herausgegeben von der Altmark-Zeitung, mitgebracht. Dort ist auch Arkadiusz Klimowicz in einem Interview zu hören. Die Gastgeber, so erzählt Fuchs nach seiner Rückkehr aus Darlowo, hätten sich intensiv um ihn gekümmert. So habe es – trotz stürmischen Windes – eine Radtour entlang der Hafenanlagen gegeben. Darlowo, mit etwa 13 000 Einwohnern etwas größer als die Kernstadt von Gardelegen, verfügt über eine Fischereiflotte mit rund 40 Kuttern, dazu gibt es eine Fischverarbeitungsfabrik, in dem Fisch auch aus Saßnitz und Wilhelmshaven entschuppt und ausgenommen wird. Der ehemalige Hafen der deutschen Marine, eine militärische Altlast, ist von der Stadt übernommen worden. Nun haben ihn Investoren aus Belgien für 4,5 Millionen Euro gekauft. Bald soll dort ein Marina-Yachthafen entstehen.
Der Hafenbereich ist in den vergangenen Jahren mit EU-Fördergeld umfangreich saniert worden. Bis zu 100 Prozent Förderung habe es über ein spezielles Ostseestädte-Programm gegeben, erfuhr Fuchs. Und Darlowo habe dies offenbar großzügig genutzt. „Sie haben einen cleveren und modern denkenden Bürgermeister“, so Fuchs über Klimowicz, der vorher Chef des örtlichen Krankenhauses war, also eher ein Seiteneinsteiger in der Politik ist.
Man wolle, so Fuchs, die jahrelang brachliegende Partnerschaft nun wiederbeleben. All dies fußend auf mehreren Säulen.
Da wäre die politische Schiene: Im Mai 2012 feiert Darlowo sein 700-jähriges Stadtbestehen. Gardelegen ist eingeladen, Fuchs will auch hinfahren. Aber nicht alleine. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir einen Bus chartern und mit 40, 50 Personen nach Darlowo fahren“, als offizielle Delegation.
Das wäre die Schiene des Schüleraustauschs. Bisher war noch kein Schüler aus Gardelegen in Darlowo. Das soll sich nach den Vorstellungen beider Bürgermeister ändern. Gegenseitige Besuche sind geplant. Fuchs schwärmt vom Ostseestrand („Ich wollte eigentlich hineinspringen, aber die See war mir dann doch zu stürmisch“), von den gut ausgebauten Fuß- und Radwegen in und um Darlowo.
Und da wäre der Sportaustausch. Eine Jugendmannschaft des SSV 80 Gardelegen war immerhin schonmal dort.